DR. MED. PASSFELD
PRAXIS FÜR ALLGEMEINMEDIZIN UND HOMÖOPATHIE

Zur Impfung in der Praxis (nachdem ich länger Schreibpause gemacht habe, weil ich einfach des Themas müde war werde ich zukünftig wieder Informationen zu Corona und den Impfungen einstellen)

 

21.09.2022 

Ich impfe aktuell nur noch Biontech. Theoretisch könnte ich auch weiterhin Moderna bestellen, aber es sind jeweils 10 Booster-Dosen, die ich dann größtenteils wegwerfen müsste. Wer also gerne mit Moderna geimpft werden möchte kann sich z.B. an das Impfzentrum im Westklinikum Rissen wenden (Stand 7/22).

Ab nächster Woche (26.9.) ist jetzt überraschend schnell der 2. Omikronimpfstoff (B4/5) verfügbar, der den alten Impfstoff enthält und zusätzlich einen an die aktuell noch vorherrschenden Omikron-Varianten  angepassten. Ab 29.9. ist der Impfstoff in der Praxis erhältlich. Weiterhin kann man sich auch für den alten Impfstoff entscheiden.

 

Die Stiko hat noch keine Empfehlung für die beiden neuen Impfstoffe ausgesprochen. Das liegt vor allem daran, dass die Zulassungsstudie für den B1-Varianten Impfstoff nur wenige Hundert Probanden umfasst und für den B4/5 Varianten-Impfstoff nur Tierversuche vorliegen (Stand 9/22). Den B1-Impfstoff verimpfe ich nicht, da er durch das Pandemiegeschehen bereits überholt ist. Bei dem B4/5 Impfstoff halte ich die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von neuen Nebenwirkungen für sehr gering - wissenschaftlich sicher ausschliessen kann man es zum jetzigen Standpunkt nicht. Zum Vergleich: bei der Grippeimpfung werden auch keine neuen jährlichen Studien mit dem jeweils neuen Impfstoff durchgeführt. Die Veränderung beim Omikronimpfstoff ist aber vielleicht etwas größer.

 

Wir impfen weiterhin immer Donnerstag Vormittag. Da der etwas höhere Schutz nach Kreuzimpfung, also boostern mit einem anderen Impfstoff, meist Moderna nach 2x Biontech, oft mit deutlich stärkerer Impfreaktion einhergeht, was in der Praxis auch recht deutlich wurde, empfehle ich das Kreuzimpfen nicht mehr.

Die Stiko empfiehlt eine 2. Boosterung für alle über 60-jährigen und schwer kranke PatientInnen. Herr Lauterbach macht die gleichen Fehler wie sein Vorgänger und empfiehlt eine 2. Boosterung für alle ohne jegliche wissenschaftliche Legitimation.  Wer schwer krank ist oder zur "vulnerablen Gruppe" gehört ist nicht eindeutig definiert und besprechen wir im Einzelfall. Grundsätzlich werden mittlerweile die "immunologischen Ereignisse" gezählt anstatt der Anzahl der bisher durchgeführten Impfungen. Das heisst, dass aus medizinischer Sicht jemand mit geringem Risiko mit z.B. 2 Impfungen und einer durchgemachten Covid-Infektion keine weitere Impfung braucht. Gleiches gilt z.B. für eine 75-jährige, die schon 2x Covid hatte und nur 2x geimpft ist.

Für die Auffrischungsimpfungen können Sie Termine direkt bei uns telefonisch abmachen oder weiterhin per mail, wenn Sie uns nicht erreichen können.

mail@homoeopathiepraxis-altona.de

Bei dem starken Fokus auf die Impfungen vergessen Sie bitte nicht welch großen Anteil der Infektionsschutz durch Masken und Abstand am weiteren Pandemieverlauf hat. Und bleiben Sie zuhause wenn Sie krank sind und verlassen sich nicht auf einen negativen Schnelltest! Machen Sie mindestens 2-3 Tests im Verlauf am besten mit unterschiedlichen Testsystemen.

Ich habe mich sehr gefreut über ihre vielen guten Rückmeldungen zu dieser Seite und werde so wie es meine Zeit zulässt weiterhin über relevante Entwicklungen aus meiner Sicht berichten.

 

 

Ich impfe Kinder und Jugendliche weiterhin nur bei schweren chronischen Krankheiten.

 

mail@homoeopathiepraxis-altona.de

 

Die Impfstoffe (nur noch zu Biontech/Pfizer)

Lesen Sie bitte die folgenden Informationen zum Impfstoff, damit wir in der Praxis Zeit sparen und vor der Impfung nur noch Ihre offenen Fragen klären müssen.

 

Als bei vielen Impfungen bekannte sehr seltene Nebenwirkung kann bei allen Covid-Impfstoffen das Guillain-Barré-Syndrom auftreten, eine symmetrisch meist von den Beinen aufsteigende Muskellähmung, die lebensbedrohlich sein kann, in der Regel aber folgenlos ausheilt.

 

Comirnaty (Biontech/Pfizer) -(ähnliche Nebenwirkungen bei Spikevax/Moderna)22.09.2021 (Daten beziehen sich noch auf die erste Phase der Pandemie):

Der mRNA-Impfstoff Comirnaty von Biontech/Pfizer hat in den Beobachtungsdaten aus Israel eine sehr hohe Wirksamkeit gezeigt. Die Wahrscheinlichkeit an Covid-19 zu erkranken reduzierte sich um 97% und die Wahrscheinlichkeit, dass man jemand anderen mit dem Virus ansteckt reduziert sich um 94%. Erste Studien lassen vermuten, dass der Schutz gegen Infektion durch die Deltavariante deutlich niedriger liegt, der Schutz gegen schwere Verläufe bleibt allerdings bei über 90%. Das bedeutet auch, dass wie bei den Vektorimpfstoffen der Anteil an Geimpften, die keine oder wenig Symptome haben, aber trotzdem ansteckend sind wieder zunimmt. Bitte bedenken sie das für ihr Verhalten im Alltag. Der Impfstoff zeigt deutlich mehr akute Nebenwirkungen als wir es von anderen Impfungen kennen. Dabei sind die Reaktionen bei älteren Impflingen in der Regel weniger stark ausgeprägt. Sehr häufig gibt es Schmerzen am Impfarm, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, grippales Krankheitsgefühl und leicht erhöhte Temperatur mit Schüttelfrost. In einzelnen Fällen kommt es zu starken Reaktionen auch mit Temperaturen über 40 Grad. Auch Übelkeit stellt sich bei einigen ein. Die Reaktionen sind in der Regel spätestens nach 3 Tagen vorbei, meist fühlt man sich 1 bis 1,5 Tage schlecht. Ich empfehle 2 Tage als Ruhephase nach der Impfung einzuplanen. Sollte es zu stärkeren Reaktionen kommen kann man Paracetamol zur Erleichterung einnehmen. Bei 0,1-1% der Impflinge kommt es zu Lymphknotenschwellungen als Zeichen der Immunantwort. Sehr selten kann es zu  einer vorübergehenden Facialisparese, also der Lähmung eines Gesichtsnerven kommen (4 Fälle unter 20.000 Impflingen in der Zulassungsstudie). Ebenfalls selten ist das späte Auftreten eines "Covid-Arms". Dabei kommt es 7-10 Tage nach der Impfung zu einer Entzündungsreaktion an der Impfstelle, die von alleine mit Kühlung (Quarkwickel) abklingt. Wie bei allen Impfungen können auch allergische Reaktionen auftreten, in seltenen schweren Fällen bis hin zum anaphylaktischen Schock. Da die mRNA Technik neu ist kann man nicht ganz ausschliessen, dass es weitere seltene, bisher nicht entdeckte Nebenwirkungen gibt.

Es gibt ein erhöhtes Myokarditisrisiko v.a. für Männer unter 30, aber auch Frauen sind betroffen. Laut israelischen Daten kommt es auf 3000-6000 Männer zwischen 16-24 zu einer klinischen Herzmuskelentzündung, die in der Regel nach einigen Tagen bis Wochen abklingt. Der Befund wird noch weiter untersucht. Ich halte das für ein ziemlich hohes Risiko in Anbetracht der aktuellen Inzidenz und des vergleichsweise geringen Risikos für schwere Covid-Verläufe in dieser Altersgruppe. Wie bei den Vektorimpfstoffen sieht es auch hier nach einer altersabsteigenden Risikozunahme aus. Also junge Männer, bitte gut abwägen. Grundsätzlich gilt bei stärkeren Impfnebenwirkungen genauso wie bei jedem Infekt: erst wieder losgehen, wenn man wieder richtig fit ist und v.a. kein Sport/starke Anstrengung in den ersten Tagen nach Impfung. Bei Brustschmerzen, Herzrasen und Kurzatmigkeit nach der Impfung sollten sie sich rasch in ärztlich Behandlung begeben.

Ausserdem gibt es Hinweise auf eine Aktivierung von Herpesinfektionen (Rezidive von Lippenherpes aber auch Gürtelrosen). Diese Beobachtung kann ich mittlerweile auch aus meiner Praxis bestätigen. Bisher haben in meiner Praxis von den ca. 600 Geimpften 5 Menschen eine Gürtelrose entwickelt.

Die zweite Impfung wird in der Regel 6 Wochen nach der ersten verabreicht. Oft ist die Impfreaktion nach der zweiten Impfung stärker. Bei der Erstimpfung geben wir den Termin für die nächste Impfung mit. Die Reaktion nach der dritten Impfung ist oft vergleichbar mit der zweiten, allerdings gibt es auch heftigere Reaktionen wenn das Immunsystem noch gut aufgestellt war gegen das Virus.

 

 

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